Die Fakultät für Mathematik freut sich, den Lehrpreis des Jahres 2009 einem Hochschullehrer des Kollegiums zu verleihen, dem es jedes Jahr aufs Neue gelingt, die Faszination der Mathematik in allen Ebenen des Studiums, aber auch an Studierende aller Fachrichtungen zu vermitteln. Der diesjährige Preisträger ist Prof. Dr. Rainer Brück. Nachdem er in Gießen, Trier und Wuppertal, sowie an verschiedenen Universitäten in Kanada und in den USA sein "Yes, I Can'' unter Beweis gestellt hatte, ist er im Jahr 2001 nach Dortmund gekommen. Seitdem ist Herr Brück, neben seiner Forschung, gleichermaßen geschätzt vom Kollegium wie auch von den Studierenden in vielschichtigen Aufgaben der Lehre überaus erfolgreich tätig in der Lehre und dort auch nicht wegzudenken. So unterrichtet Herr Brück beispielsweise Studierende des Lehramts, der Chemie, des Wirtschaftsingenieurwesens und der Logistik mit derselben Leidenschaft wie die Studierenden der Mathematik und der Wirtschaftsmathematik vom ersten bis zum letzten Fachsemester.
Selbst in Promotionsprüfungen ist Herr Brück sehr oft gefragt. Dabei ist das Geheimnis der guten Vorlesungen von Herrn Brück für die Studierenden längst kein Geheimnis mehr, denn sie sagen "Herr Brück erklärt einfach schön.'' Dies ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Zwar ist es die hohe Schule der Hochschullehre, wenn man auch schön schwierige Dinge einfach schön erklären kann. Aber im Grunde ist es die Fähigkeit, ja, die Kunstfertigkeit Herrn Brücks, die Studierenden bei deren Kenntnisstand abzuholen und dann die eigene Begeisterung zu übertragen. Herr Brück hat unbestreitbar dieses Talent der Fremdbegeisterung, unabhängig davon, ob ein Studierender überhaupt begeistert werden möchte oder nicht. Dazu kommt die durchdachte Konzeption, Gliederung und Präsentation der Vorlesungen, sowie eine gehörige Prise Brück'schen Humors, der integrales Bestandteil seiner Vorlesungen ist. In den Kommentaren der Studierenden bei der Lehrevaluation heißt es zum Beispiel:
"Die Vorlesung überzeugt durch ihre Struktur!'',
"Sehr gut! Schön, dass der Professor so motiviert und begeistert unterrichtet.'', "Abstrakte Begriffe werden bildlich verdeutlicht.'',
"Guter Prof.! Schöne und lesbare Schrift, deutliche Aussprache''
und
"Kann für Ruhe sorgen.'' (!)
Man liest auch:
"War immer gut gelaunt.'',
"Guter Mix aus Humor und Kompetenz!'',
"Herr Brück ist klasse. Dass ich teilweise negative Dinge angekreuzt habe, liegt einzig daran, dass ich Mathe hasse.''
"Sehr nette Atmosphäre. Es macht Spaß, zur Vorlesung zur gehen.''
Herr Brück widmet sich seinen Studierenden stets mit Freude und mit aller Kraft. Bei den Studierenden ist er geschätzt als fairer, gerechter und manchmal harter Prüfer, sowie als Betreuer, der jeden ernst nimmt. Selbst die vermeintlich dümmsten Fragen werden mit Ruhe und Geduld beantwortet. Für so manchen Problemfall hat Herr Brück schon beide offenen Ohren hergehalten und oft vermittelnd eine Lösung finden können.
Darüber hinaus engagiert sich Herr Brück seit Jahren in der Werbung neuer Studierender. Als Studienberater besucht er Schulen im Umkreis. Am Tag der offenen Tür begeistert er stets mit einem einfachen, praktischen Problem, das so einfach dann doch nicht ist und daher mathematisch gelöst werden muss.
Als Organisator des Schülerzirkels kümmert sich Herr Brück außerdem sogar um die Studierenden, die noch gar keine sind, aber sicher welche werden, nicht zuletzt wegen Herrn Brück.
Lieber Herr Brück, die Studierenden hätten Ihnen schon lange einen Preis verliehen, wenn es einen solchen gäbe. Auch die Fakultät weiß um Ihre Verdienste und möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit für Ihr großes Engagement in Lehre und Studium danken. Der Lehrpreis 2009 findet hiermit einen wahrlich würdigen Träger.
Herzlichen Glückwunsch!
Wolfgang Achtziger, Vorsitzender der Evaluationskommission
Susanne Prediger, Studiendekanin der Fakultät für Mathematik
Lehrpreise 2007 und 2008: Verleihung auf der Jahresfeier 2008 (C. Selter, P. Becker-Kern, M. Knossalla, C. Carstensen, M. Hahn)
Ohne studentische Hilfskräfte ist die Lehre an der Fakultät für Mathematik nicht denkbar und nicht machbar.
Um Mathematik zu lernen, müssen die Studierenden in kleineren Gruppen gemeinsam arbeiten.
Vorlesungen in Mathematik - für Mathematik-Studierende und für alle Studierenden, die in ihrem Studium Mathematik belegen (müssen), werden
typischerweise von Übungen und Tutorien in kleineren Gruppen begleitet, in denen Aufgaben gemeinsam erarbeitet, diskutiert, vorgerechnet werden.
Viele dieser Kleingruppen werden unter Anleitung von den Dozentinnen und Dozenten von Studierenden höherer Semester betreut. In jedem Semester sind über 100 Tutorinnen
und Tutoren aktiv - in der Analysis, in der Linearen Algebra, in der Höheren Mathematik, in der Mathematik für Chemie oder Informatik und in vielen weiteren Vorlesungen.
Stellvertretend für diese vielen studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Jahr 2008 vier Studierende mit dem Lehrpreis der Fakultät ausgezeichnet.
Alle waren in großen Vorlesungen des ersten Studienjahres aktiv; alle haben in der Evaluation sehr gute Bewertungen erzielt.
Viele weitere Studierende haben ebenfalls gute und sehr gute Noten von ihren Übungsgruppen erhalten. Auch ihre Arbeit wird mit diesem Lehrpreis gewürdigt.
Massenvorlesungen und kleine Seminare haben jeweils ihre ganz eigenen Anforderungen. In großen Hörsälen erreicht der Lehrende viele Studierende gleichzeitig,
in kleinen Veranstaltungen ist dafür eine persönlichere Betreuung möglich. Professor Christoph Selter, Leiter des Instituts für Entwicklung und Erforschung des
Mathematikunterrichts (IEEM), gelingt in seinen Veranstaltungen der Spagat zwischen diesen beiden Anforderungen.
Dafür erhielt er jetzt den Lehrpreis des Sommersemesters 2008 der Fakultät für Mathematik.
Selter bekam durchweg positive Bewertungen in der Befragung der Studierenden, die meist zu hunderten seine Vorlesungen besuchen.
Dabei spielt auch die Relevanz der vermittelten Inhalte eine Rolle. In den beiden Vorlesungen von Prof. Selter, „Grundlegende Ideen der Mathematikdidaktik“ und
„Mathematik der Klassen 1 bis 6“ nehmen die künftigen Lehrerinnen und Lehrer die hohe Relevanz der Inhalte für ihren späteren Lehramtsberuf wahr.
Außerdem lobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Prof. Selters konsequente Struktur der Vorlesungen, die Reichhaltigkeit der Beispiele und den Praxisbezug.
Der Lehrpreis geht aber nicht nur für die Arbeit mit den Studierenden an Prof. Christoph Selter. Auch sein großes Engagement im Institut und sein Einsatz bei
der Verbesserung der Lehre durch ein gut dotiertes Drittmittelprojekt der Telekom-Stiftung sollen mit dem Lehrpreis geehrt werden.
Dass sich Prof. Christoph Selter nicht nur für Mathematikdidaktik, sondern auch für die Mathematik an sich mit viel Kompetenz und Elan einsetzt,
zeigen auch die Aktivitäten, die unter seiner Führung am IEEM für das Jahr der Mathematik entwickelt wurden. Es gibt wohl kaum eine Fakultät der Mathematik in
Deutschland, die sich mit einem monatlichen Programm daran beteiligt, Mathematik der Öffentlichkeit näher zu bringen.
Pressemitteilung vom 16.09.2008
Die Studierenden sind begeistert über akutelle und berufsorientierte Inhalte.
Erstmalig verleiht die Fakultät Mathematik einen Lehrpreis. Der erste Lehrpreis für das Wintersemester 2007/2008 geht an Privat-Dozent Dr. Peter Becker-Kern. Nominiert wurde der Dortmunder Wissenschaftler aufgrund einer im Sommersemester 2007 durchgeführten Lehrevaluation und der Entscheidung einer Kommission. Diese setzt sich sowohl aus Angehörigen der Fakultät Mathematik als auch aus Mathestudierenden zusammen. „Die Studierenden sind von Peter Becker-Kern begeistert. Er hat aktuelle und berufsorientierte Inhalte in seinen Vorlesungen aufgegriffen und neue Lehrveranstaltungen eingebracht“, so Prof. Stefan Turek. Seine innovativen Lehrveranstaltungen über Wirtschaftsmathematik, Versicherungsmathematik sowie Stochastik für Informatiker sind bei den Dortmunder Studierenden auf große Begeisterung gestoßen. „Der Lehrpreis wird auch aus Studienbeiträgen mitfinanziert. Die Studierenden haben sich dafür eingesetzt, um eine gute Lehre zu fördern.“ Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verbunden. Das Geld soll für eine innovative Investition eingesetzt werden. Peter Becker-Kern hat an der Technischen Universität Dortmund Ma- thematik studiert, promovierte hier im Jahr 2000 und habilitierte sich 2007.