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IEEM: Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts

Konzeptionelles vom Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM)

Das Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM) ist eines der größten deutschen Institute für Mathematikdidaktik. Die hier geleistete Entwicklungsforschung zum Mathematikunterricht aller Stufen genießt nationale und internationale Reputation, und die aus der Forschung erwachsene Lehrerausbildung wird von den Absolventinnen und Absolventen im Vergleich sehr günstig beurteilt.

Bestimmend für die Arbeit des IEEM ist die Überzeugung, dass Bildung genauso auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgen muss wie die technologische, wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung, die seit dem 19. Jahrhundert von design sciences (Ingenieurwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, ...) vorangetrieben wird.

Es besteht heute Einigkeit darüber, dass Bildung ein Schlüssel für die Bewältigung der Zukunft ist und dass daher die Bildungsreform als Megathema der Gesellschaft begriffen werden muss. Mathematik ist Hauptfach an allen allgemeinbildenden Schulen und spielt als unentbehrliches Werkzeug in vielen Anwendungsbereichen auch eine tragende Rolle im Fächerspektrum der Vollzeit- und Teilzeitberufsschulen.

Der Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts kommt bei den Anstrengungen um die Verbesserung der Bildung in unserer Gesellschaft eine besondere Bedeutung zu. Gute Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer haben daher in der Lerngesellschaft herausragende Berufschancen, sei es im öffentlichen oder im privaten Sektor, und sie finden interessante Aufgaben bei der in Angriff genommenen Umgestaltung des Mathematikunterrichts in ein attraktives, anregendes Lernfeld.

Wissenschaftlicher Ansatz des Instituts

Wie in der Bezeichnung des Instituts zum Ausdruck kommt, stellen sich an die Didaktik der Mathematik in ihrem neuartigen Verständnis als design science Anforderungen auf zwei Ebenen: Zum einen ist (hauptsächlich unter Bezug auf eine prozesshafte Sicht der Elementarmathematik und ihre Anwendungen) eine konstruktive didaktische Entwicklungsarbeit zu leisten, damit unter sich jeweils wandelnden sozialen Bedingungen stets möglichst gute Materialien für Lehr-/Lernprozesse zur Verfügung stehen.

Zum anderen müssen im interdisziplinären Bezug zu anderen Wissenschaften (Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Erkenntnistheorie, Philosophie, ...) die Besonderheiten, Voraussetzungen und Strukturen von Lehr-/Lernprozessen empirisch und systematisch erforscht werden. Dazu gibt es am Institut verschiedene große Projekte im Wechselspiel von konstruktiver Entwicklungsarbeit, empirischer Forschung und Theorieentwicklung, mit längster Tradition im Projekt mathe 2000, das von Mitgliedern des Instituts 1987 gegründet wurde.

Struktur des Instituts

Die Forschung im Institut ist in vier Arbeitsbereichen organisiert:

Grundlagen des Mathematikunterrichts und qualitative Unterrichtsforschung

In diesem Bereich werden die interdisziplinären Grundlagen des Mathematikunterrichts und darauf aufbauende Konzepte für einen aktiv-entdeckenden Unterricht erarbeitet und die Strukturen von Lehr-, Lern- und Kommunikationsprozessen im alltäglichen Unterricht empirisch erforscht. Der Bereich I wirkt als Klammer zwischen den anderen Bereichen und sichert eine stufenübergreifende Erforschung und Entwicklung des ganzheitlich gesehenen Mathematikunterrichts.

Didaktik der Primarstufe

Schwerpunkt in diesem Bereich ist das Design von inhaltsbezogenen Konzeptionen und repräsentativen Lernumgebungen für aktiv-entdeckendes und soziales Lernen im Mathematikunterricht der Klassen 1 bis 4.

Didaktik der Sekundarstufe I

Schwerpunkt in diesem Bereich ist das Design von inhaltsbezogenen Konzeptionen und repräsentativen Lernumgebungen für aktiv-entdeckendes und soziales Lernen im Mathematikunterricht der Klassen 5 bis 10. Hierzu gehört auch die Erforschung des Einflusses neuer Technologien auf Begriffsbildungen und mathematische Grundvorstellungen sowie die Entwicklung entsprechender Lernumgebungen mit dem Ziel einer grundlegenden Curriculumrevision.

Didaktik SII

Dieser Bereich befasst sich mit dem Design von inhaltsbezogenen Konzeptionen und repräsentativen Lernumgebungen für aktiv-entdeckendes und soziales Lernen im Mathematikunterricht der Klassen 11 bis 13. Dabei werden elementarmathematische, anwendungs- und computerbezogene, curriculare und lerntheoretische Aspekte integriert.

Lehrerbildung

Die Entwicklungsforschung des Instituts wird in doppelter Weise in der Lehrerbildung wirksam. Neue Erkenntnisse über das Lehren und Lernen von Mathematik sind einerseits Gegenstand der fachdidaktischen Veranstaltungen, andererseits bilden sie sowohl bei elementarmathematischen als auch bei fachdidaktischen Veranstaltungen die Grundlage für innovative Formen der Lehre, die auf aktiv-entdeckendes und soziales Lernen der Studierenden abzielen und damit den angehenden Lehrerinnen und Lehrern Erfahrungen vermitteln, diese Lernformen später im eigenen Unterricht selbst zu organisieren.

Soweit wie möglich werden Studierende auch in laufende Forschungsarbeiten einbezogen bzw. können die Forschungskonzepte für ihre (empirischen) Abschlussarbeiten nutzen.

Wie die Rückmeldungen zeigen, werden die klar strukturierten, praxisbezogenen und aktivierenden Studienangebote des IEEM von den Studierenden sehr geschätzt.